Geschafft – mein erster Marathon! Bericht von Corinna

April 16, 2016 7:28 pm Veröffentlicht von

Vor einem halben Jahr meldete ich mich für den VCM an. Das ging ja ganz leicht. Den Marathon zu laufen war dann eine ganz andere Sache.

Eine Woche davor stieg kontinuierlich meine Nervosität und Allergieprobleme plagten mich. Der Tag rückte immer näher und ich fühlte mich immer schlechter. Am Samstag war ich dann krank – Gliederschmerzen, Atemprobleme und leichtes Fieber. Ich war unheimlich enttäuscht und entschied mich nicht zu starten.

Nach einem langen relativ erholsamen Schlaf fühlte ich mich am Morgen wieder besser und hatte kein Fieber. Also entschied mich spontan zum Start zu fahren. Man kann ja auch den Halbmarathon laufen!?

Die Atmosphäre beim Start war überwältigend und ich traf in den Massen sogar einige Bekannte – u. a. Christian Urich!

Und dann begann ich ca. 20 min. nach 9:00 im 3. Startblock zu laufen.

Bei Kilometer 12 wartete mein Bruder, der mich diesen Tag begleitete. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich leider mein erstes Tief, hatte leichte Allergieprobleme und dachte, dass ich die gesamte Distanz nie schaffen werde. Aber ich lief weiter und die Streckenführung nach Km 16 – Mariahilferstraße – gab mir so richtig Aufschwung. Bei Km 20 – Feldertrennung Marathon und Halbmarathon – ging es mir und meinen Beinen super. Also die Entscheidung Marathon oder Halbmarathon war gefallen. Ich lief weiter. Bei km 25 traf ich eine Freundin mit ihrer Tochter die mich lautstark weiter motivierten. Also lief ich weiter. Nun ging es leider von km zu km etwas schwerer. Jeder kleine Anstieg oder jede Windböe wurden zunehmend intensiver. Beim Praterstadion bei km 30 dachte ich mir „nur“ mehr 12 km – das bin ich ja schon oft gelaufen – das wird schon noch gehen. Ich sagte zu meinem Bruder: „Ich werde es schaffen“. Ab km 34 schaute die Lage jedoch wieder etwas anders aus. Starker Gegenwind ab dem Lusthaus stadteinwärts war dann eine zusätzliche Draufgabe. Super motivierte Staffelschlussläufer sausten schwungvoll an mir vorbei und ich erlangte zunehmend meinen Tiefpunkt. Man muss es einmal erleben, weil man es vielleicht nicht glaubt, aber bei km 35 rief ich meinem Bruder zu: “Ich glaub ich schaff’s nicht. Es ist sooo schwer!“ Seine Antwort: “Jetzt musst du mit dem Kopf laufen.“ Also lief ich weiter und hantelte mich von einem Kurzziel, meistens Bäume, zum nächsten. Meine Pulsuhr und somit die Zeit ignorierte ich ab km 35. Ich wollte nur mehr ankommen. Nach 4:04:38 kam ich dann auch an und ich hab mich wahnsinnig gefreut! Meine Wunschzeit unter 4 Stunden hab ich zwar nicht erreicht, aber das ist nebensächlich. Ich hab gelernt, dass man nicht alles planen kann und viele Umstände bei so einem Unternehmen mitspielen müssen.

Leider ging es mir den restlichen Tag dann körperlich nicht so gut. Schonkost und Kräutertee – danke Christoph Splichal für den Tipp!! – halfen gut und am nächsten Tag war ich wieder fit für die Arbeit .

Im nachhinein bin ich sehr froh, dass ich den Start gewagt hab – ich hab scheinbar meinen Körper und meine Nervosität überlistet als ich am Vorabend beschlossen hab nicht zu starten.

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