Obertrum mit 2 Qualifikationen für die EM 2017!

Juli 15, 2016 7:00 pm Veröffentlicht von

Ich habe ein Paar Flip-Flops in Obertrum

Ein Rennbericht- Mash Up von Mario Rabitsch, Georg Wessely und Kristina Kren

Eisige Temperaturen statt Eis lutschen : 12°C, Regen, Wind, Menschen in Daunenjacken und Pelzstiefeln – ja genau, das ist der Trumer Triathlon im Hochsommer Mitte Juli – Willkommen in der Eishölle. Ein Triathlon der Extreme: Die letzten Jahre war es eine extreme Hitzewelle, die diesen Wettbewerb prägte und diesmal war es ein Wettertief mit allen Grausamkeiten, um uns Freiluftsportler zu quälen. Mario, Georg und Kristina – das Trio Infernale kämpfte sich für den Tri Klosterneuburg durch dieses Rennwochenende. Für Georg und Mario ging es über die olympische Distanz, Kristina war Teil einer Staffel über die Mitteldistanz als Schwimmerin.

Feelings vor dem Wettkampf?

Georg: Für mich war Obertrum ein Vorbereitungswettkampf für den Ironman 70.3 in Budapest in 2 Wochen. Als Vorbereitungswettkampf angelegt, waren die angepeilten Splits absolut im Fokus und konnten diese punktgenau eingehalten werden.

Mario: Eigentlich war ich nach einer einmonatigen Wettkampfpause voll motiviert und gut vorbereitet. Der Termin Mitte Juli für die ÖM auf der Kurzdistanz sorgte schon für eine urlaubsbedingte Reduktion der übermächtigen Mitstreiter in der Age Group. Die erstmalige Chance auf einen ÖM-Stockerlplatz war zum Greifen nahe. Dann begann es in der Nacht davor  zu regnen und es hörte nicht mehr auf. Mein Vorteil auf der Radstrecke mit dem Zeitfahrrad besonders bergab aufzuholen schien damit schon lange vor dem Start dahinzuschwinden. Dann sperrte ich mich frühmorgens noch bei einer Erleichterungspause aus dem Auto  selbst aus. Alles blieb drin (Handy, Schlüssel, Brieftasche..). Mein erster Teilerfolg an diesem Tag: Ich fand jemanden nach längerem Herumirren, der mir sein Handy borgte um den ÖAMTC anzurufen. Der kam und half dann recht flott und ich durfte wieder an den Start glauben. Alles lief dann wieder vermeintlich nach Plan.

Kristina: Wettkampf? Ich wollte eigentlich ein Wochenende Urlaub machen und gemütlich trainieren, als irgendein Wahnsinniger (Danke, Georg) mich freitagabends bei der Eröffnungsfeier für eine Mitteldistanz-Staffel als Schwimmer vorschlug. Vorbei also mit Urlaub rein in den Neo. Der Gedanke im Auto am Weg zum Wettkampf: Es ist kalt, nass, dunkel – jeder „normale“ dreht sich nochmal im Bett um und kuschelt sich unter die Decke. Aber irgendwie, trotz Dauerregen und Kälte, freu ich mich schon auf den See! Wir sind eben doch etwas anders…

Wie war es während des Rennens?

Georg: Auf der anspruchsvollen Radstrecke mit sehr hügeligen 600hm über 2 Runden mit sehr kurzen aber schnellen Abfahrten mit über 70 km/h auf regennasser Fahrbahn, konnte nicht bedingungslos attackiert werden. Die ebenfalls hügelige Laufstrecke über 10 km bei besagten äußeren Bedingungen war eine Herausforderung für Atemwege und Muskulatur für sich. Trotz widriger Bedingungen konnte ich auf der Radstrecke viele hinter mir lassen und eine gute Ausgangslage für den Lauf halten. Auf der Laufstrecke war der geplante 4.0er Schnitt nicht ganz machbar und somit 2 Minuten hinter der geplanten Laufzeit im Ziel.

Mario: Mit einer 28er Zeit aus dem Wasser war ich guter Dinge und holte beim langen Lauf in die Wechselzone weiter auf. Hoppi, poppi auf das bike und ab die Post – typischer Fall von denkste! Nach rd. 100 m fühlte ich mein Hinterrad etwas lustlos daher hoppeln. Zu wenig Reifendruck. Habe ich schon wieder beim Aufpumpen in der Früh das Ventil aus der Fixierung gelöst (Maissau ließ grüßen) oder hatte ich einen klassischen Platten, nur woher? Die Prüfung vor dem Weg zum Wasserstart war doch  erfolgreich.
So rollte ich eben  wieder zur Wechselzone retour und fragte mich nach einer Pumpe durch. Die erste passte nicht für die Scheibe hinten,  also warten auf die nächste, was dann klappte. Ich schaute nicht auf die Uhr wie viel Zeit verstrichen war – 4 oder 5 min?- keine Ahnung, jedenfalls eine gefühlte Ewigkeit! Ich wollte aber nicht aufgeben, nicht die Chance auf die Quali gleich hier sausen lassen….erst wenn der Platten unweigerlich kommt.
Mit diesem wohligen Bauchgefühl ging ich dann auf die Radstrecke oder besser gesagt Wasserstraße. Die erste Runde war ein Fahren wie auf rohen Eiern. Hält der Reifen, ist die Straße zu rutschig oder erfror ich am Weg? Ab Beginn der zweiten Radrunde kam Hoffnung auf. Der Reifen hielt anscheinend. Also Vollgas – sofern es der Regen zuließ und ich kämpfte mich wieder in den Rennmodus zurück.
Beim Laufen hieß nur mehr den Schaden zu begrenzen und einen flotten Schnitt zu laufen, was mit rd, 46 min auf den 10er dann auch für mich ok war.

Kristina: Noch nie war ich so froh, dass es endlich ins Wasser ging – mit flauschigen 18 Grad war der See nämlich um einiges wärmer als die Außentemperaturen. Als letzte Startwelle des Tages ging es dann über die 1,9 km (bei mir waren es 2 km dank einer großzügigen Bojenumrundung und einem Nebenschwimmer, der so gerne kuscheln wollte). Ich nahm mir diesmal vor, nicht zu schnell wegzuschwimmen und stattdessen als Vorbereitung auf die nächsten Rennen ein gleichmäßiges Rennen zu schwimmen.

Und das Ergebnis?

Georg: Es hätte besser laufen können, aber hinsichtlich der Bedingungen und des Fokus auf den nächsten Wettkampf kann man zufrieden sein. Mit einem 8. Platz in der Altersklasse trotz sehr starker Konkurrenz und schlussendlich der Quali für Kitzbühel bin ich top vorbereitet für den nächsten Wettkampf!

Mario: Ende gut alles gut? Die Verlautbarung der Ergebnisse zur ÖM kam dann so spät, dass ich auf der Heimreise zu grübeln begann ob es sich mit der Quali doch noch irgendwie ausgegangen ist. Und dann war noch etwas Schmerzliches: Ich habe ein Paar  Flip-Flops in Obertrum…!!! am Schwimmstart vergessen, verloren, zurückgelassen. Seufz

Kristina: Gemeinsam mit Hermann Aschwer, einer Triahtlonlegende, und Stefan unserem tollen Läufer war ich total happy mit dem Ergebnis. 45min für meinen Schwimmteil gebraucht, insgesamt ging sich von 50 angemeldeten und 36 ins Ziel gekommenen Staffeln ges. der 16 Platz und der 6. Im Mixed-Ranking aus! Eine tolle Motivation für die nächsten Wettkämpfe.

Fazit

Ein paar Flip-Flops weniger, dafür zwei Qualifikationen für die EM über die Olympische Distanz 2017 in Kitzbühel und ein Wochenende mit nassen Füßen und Daunenjacke im Hochsommer – wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

20160717_111056 kabar_fag_0482_b1 Unbenannt

Kategorisiert in: