XTERRA Europameisterschaft in Zittau

Oktober 1, 2016 5:53 pm Veröffentlicht von

Ein Bericht von Gil Hödl //

Als alte Fans der Xterra Szene reisen wir nach Zittau, einer Stadt in der Grenzregion D, Pol, CZE. Biegt Ihr bei der Einfahrt Kreisverkehr falsch ab führt der Rückweg über Polen nach Tschechien J. Und das alles ohne Grenzbalken – ein Traum – ich liebe Europa.

Man sieht schon der ganze Ort ist auf den Beinen, nur die lokale Servierkraft am Strand Büffet weiß noch nicht, dass Tausende XTERRA Athleten in Zittau einfallen. Wir wohnen im B&B Hotel – nein nicht Bed und Breakfast sondern „Bahnhof Berndorf“ eine romatische Schmalspurbahn aus dem letzten Jahrhundert, die es irgendwie geschafft hat, die DDR zu überstehen.

Mit Nico Lebrun und einer Gruppe von Teilnehmern erkunden wir die Radstrecke und die hat es in sich – also free speed für mich bergab und Spaß für Susi beim Befahren. Am Vortag wird der See erkundet, eine ehemalige Kohlengrube mit klarem Wasser, das angenehm warm ist.

Der Veranstalter hat ganze Arbeit geleistet, die Schwimmstrecke ist perfekt markiert und mit tollem Landgang, der Laufkurs ist gespickt mit Hindernissen der besonderen Art und die Wechselzone perfekt organisiert.

Zum Start das völlig Unerwartete in Sachsen – wir schwimmen OHNE NEO. Nach einem Laufstart lege ich locker los und suche mir bei Boje 1 einen Wasserschatten. Der zieht mich brav durch die erste Runde, aber nach dem Landgang bin ich plötzlich neben einem Brustschwimmer. Nix wie weg hier, andere Füße, weiter gehts. Die neuen Füße ziehen gut und der Swim passt.

Jetzt kommt der entscheidende Teil – die ersten 12km am Bike gehts progressiv bergauf bis zur höchsten Stelle. Ich muss das gut einteilen, sonst folgt der Einbruch spätestens beim Laufen. Im obersten Teil schiebe ich oft frühzeitig, um Körner zu sparen – die „Fahrer“ gewinnen kaum Raum – der letzte Teil des Anstiegs ist eine brutale, steinige Schiebestrecke und ich merke, ich habe nicht überzockt.

Flüssikeit, Gel alles konsumiert – nun kommt mein Teil –  16 km bergab. Ich finde eine flotte Gruppe und bleibe dran – wir fliegen dahin, eine junge Age Grouperin ist auch dabei, bergab setzen wir uns ab, in Gegenanstiegen holt sie uns wieder ein.

Die letzte Steigung – alles OK und Körner sparen – schieben – endlich – ich fliege ins Ziel, überhole ganze Gruppen und merke, dass ich das erste Mal beim Laufen beim XTERRA nicht ganz k.o. bin.

Als ich die Wechselzone verlasse, gibt es gleich 2 „tolle“ Hindernisse – drei steile Stufen mit unberechenbaren Heuballen und einen 20m sehr steilen Hügel. Da ich noch kein Blut in den Lauf-Beinen hab nehm ich die Hindernisse in Zeitlupe – Susi glaubt derweil, ich bin am Aussteigen…

Weit gefehlt –  nach 300m kassiere ich die Überholer wieder und setze im Anstieg zu einem lockeren Sturmlauf an –  es rennt, die Umstellung auf die Laufbeine ist da und  die Körperspannung ist auch da und auch das Schlammloch lässt mich gnädig passieren. Unglaublich – ich kann nach einem XTERRA-Bike laufen? Ich konzentriere mich auf meinen Rhytmus, bergab rennt es wieder und dann gelange ich zum steilsten Punkt der Strecke, und nochmals dasselbe Spiel – ich wandere zügig rauf und sammle die Überholer locker ein.

1 km – ich fliege ins Ziel, ein junger Age grouper zieht mich, hurrah – geschafft. Überglücklich gehe ich zum Buffet und suche Susi – auch Sie hat den vollen Xterra – allerdings in 3 Teil Sektionen absolviert. Die Siegerehrung ist toll, ich bin 5. und bester Ösi in meiner AK. Die Party ist fantastisch! Zittau ist eine Reise wert.

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